Die ersten Tage (06.10.-heute)
Anmerkungen
Ist hier von "wir" die Rede, so sind damit fast immer Malte und ich gemeint. Malte ist
der zweite von insgesamt drei Austauschstudenten, die das akademische Jahr 2005/2006 an der
UoN (University of Nairobi) im Rahmen
des Berlin-Nairobi-Exchange verbringen. Atréju Tauschinsky, der an einem neu initiierten Programm mit der
JKUAT (Jomo Kenyatta University for
Agriculture and Technology, die etwa 40 Minuten außerhalb von Nairobi liegt) teilnimmt, ist bereits seit etwa Mitte Juli in Kenia.
Der dritte Austauschstudent an der UoN -- Robert Bierkandt -- kommt erst Ende Oktober in Nairobi an.
Die Bilder werden als kleine "Vorschaubilder" in den Text eingebunden. Klickt man darauf, erscheint das Bild in doppelter Größe (bzw. in vierfacher Größe, da jede Seite doppelt so groß ist). Die Bilder wurden nicht bearbeitet, es wurde lediglich zugeschnitten, d.h. oft ist nur ein Ausschnitt des Originalbildes zu sehen; die Originalbilder kann ich bei Interesse zuschicken.
Donnerstag und Freitag (06.10./07.10.): Anreise
Der Flug nach Dubai lief problemlos, wir hatten -- obwohl Gepäck nicht erschienener Pasagiere wieder ausgeladen werden musste -- nur ca. 10 Minuten Verspätung. Während des Fluges konnte man die Landschaft nicht nur durch das Fenster sondern auch durch am Bug des Flugzeugs befestigte Kameras bewundern, was besonders bei der Landung sehr reizvoll war. In Dubai empfing uns eine schwüle Hitze von 30°, allerdings waren schon die Busse, die zu dem extrem langen, ovalen Flughafengebäude fuhren, klimatisiert.
Der achtstündige Aufenthalt im Flughafen Dubai zog sich letztlich doch ziemlich, denn ruhig schlafen konnte man kaum, obwohl es extra dafür eingerichtete "quiet lounges" mit Liege-"Sesseln" gab. Immerhin hat uns die Fluggesellschaft ein reichhaltiges Essen spendiert, so dass wir uns darum nicht selbst kümmern mussten.
Kurz nach 8:00 in Dubai ging's dann weiter nach Nairobi. Nach 5 Studen Flug -- z.T. über atemberaubende
Wüstenlandschaften -- kamen wir in der Hauptstadt Kenias an (wo es -- zu unserer Erleichterung -- nur 21°C hatte). Nach den
Einreiseformalitäten (schon im Flugzeug wurden postkartengroße Fragebögen zur Einreise verteilt,
um deren Inhalt sich bei der Abgabe an der Einreise-Kontrollstelle aber niemand auch
nur im Geringsten zu kümmern schien) und dem Zoll (wir wählten die Linie mit "nothing to declare") sahen wir uns nach
Alex vom Department of Physics um, mit dem ausgemacht war, dass er uns abholt.
Nach
ein paar Minuten kam dann eine Person mit einem Schild "Malte Jochen" auf uns zu; es war
Thomas, der uns an Alex' Stelle vom Flughafen nun zur Universität begleitete.
Bis zum Zentrum von Nairobi fuhren wir mit dem Bus (der in einem deutlich besseren Zustand war,
als ich erwartet hätte: nichts durchgerostet, die Sitzflächen weder dreckig noch durchgewetzt).
Auf dem Weg nach Nairobi (der Flughafen liegt etwa eine halbe Bus-Stunde außerhalb) fuhren wir durch die Außengebiete Nairobis, wo ich schon erste Eindrücke der Lebensverhältnisse sammeln konnte. Neben der Beschaffenheit der Straße und der Fahrweise des Fahrers (der einerseits immer wieder anhalten musste, um neue Fahrgäste aufzunehmen und dazu an den Straßenrand fuhr, wodurch der Bus manchmal in eine vermeintlich gefährliche Seitenlage geriet und sich andererseits gegen die anderen Fahrzeuge durchsetzen musste) fielen vor allem die Gebäude in den Dörfern auf, durch die uns der Bus fuhr (es waren eigentlich keine Dörfer sondern nur die Randgebiete der Stadt. Trotzdem schien es hier oft eher dörflich). Zum Einen schien sich alles der Hauptstraße entlang zu richten; Seitenstraßen oder eine zweite Häuserreihe waren nur selten zu erkennen. Diese Häuser sahen fast alle ein wenig provisorisch oder unfertig aus: die Wände bestanden aus grauen Steinen; verputzt oder angestrichen waren nur wenige. Zum Teil sah man auch, wie diese errichtet wurden: hunderte von dicken Holzästen wurde als Hilfs-Stützen während des Baus für die auf den Wänden errichtete Zwischendecke verwendet. Ein Anblick, der einen einerseits an die beschränkten Mittel der Menschen hier erinnert, auf der anderen Seite aber auch zeigt, wie viele Dinge auch mit für uns ungewohnten Mitteln bewerkstelligt werden können und am Ende dann doch mehr funktioniert, als man gemeinhin annehmen würde.
Im Zentrum von Nairobi stiegen wir aus, es war Einiges los -- sowohl auf den Straßen als auch auf den Bürgersteigen: die Autos drängten, um vorwärts zu kommen, dazwischen versuchten Fußgänger, unbeschadet auf die andere Straßenseite zu gelangen, ein Prediger, der etliche Menschen um sich versammelt hatte (und was ich zunächst für einen Streik hielt), schrie seine Botschaften -- von denen ich kein Wort verstand -- in ein Megaphon...
Nachdem wir einige Minuten auf den richtigen Bus Richtung Universität gewartet hatten, meinte Thomas, er wüsste zur Uni auch einen schnelleren Weg und bestieg mit uns eine Straße weiter ein matatu. Das sind Autos in der Größe eines VW-Busses, bei denen im hinteren Teil (also hinter der Sitzreihe des Fahrers) drei Sitzreihen mit je drei Plätzen eingebaut wurden; im hinteren Teil sitzt jemand, der während der Fahrt dann den üblichen Betrag kassiert (für Fahrten innerhalb der Stadt 20 oder 30 KSh). Einsteigen kann man überall entlang der Strecke, dazu macht das matatu durch Hupen auf sich aufmerksam; sobald man aussteigen will, teilt man das dem Kassierer oder dem Fahrer entsprechend mit.
Eigentlich ist in einem solchen matatu genug Platz, allerdings reisten wir mit je etwa 30 kg Gepäck an, und es wurde nicht toleriert, dass wertvolle Plätze dadurch weggenommen wurden. Erschwert wurde der Ein- und Ausstieg durch den zur Eile anhaltenden Kassierer. Wie uns Thomas später mitteilte vor allem deshalb, weil dieser Bus keine offizielle Transport-Lizenz besaß und daher jede Aufmerksamkeit von Polizisten vermieden werden musste.
An der Universität angekommen gingen wir zum Büro des Chairman des Department of Physics, um uns kurz vorzustellen und ggf. noch einige Formalitäten zu regeln. Der hatte an diesem Tag jedoch noch zu viele Termine, so dass wir uns direkt auf den Weg zum Wohnheim machten, dass ein paar hundert Meter vom Physik-Gebäude entfernt ist. Dort stellten wir uns dem Verwalter des Wohnheims vor und erklärten, dass wir gerne die Zimmer der Austauschstudenten des letzten Jahres hätten (von denen der letzte etwa vor zwei Wochen nach Deutschland zurückkehrte). Nach ein wenig Hin-und-Her zwischen ihm und Thomas, ob nicht doch noch ein wenig mehr Papiere notwendig seien (wir hatten nämlich nichts; weder ein Schreiben vom Chairman, noch sonst ein offizielles Schreibender Universität, das bestätigt hätte, dass wir tatsächlich die Austausch-Studenten sind), zeigte er uns unsere Zimmer und gab uns die Schlüssel.
Die zwei Zimmer entstanden durch Einziehen einer (nicht ganz zimmerhohen) Y-förmigen Konstruktion aus Holztrennwänden.
Die Arme des Y gemeinsam mit der Haupttür des Zimmers schließen dabei einen kleinen Vorbereich ein, der Fuß des Y ist die Haupttrennwand
zwischen den beiden Teilräumen. Nach der Haupttüre gibt es als zwei
Holztüren zu den Teilräumen (die ARme des Y), die man je mit einem Vorhängeschloss abschließt. In jedem Zimmer
(die je etwa 2x3m groß sind) ist neben dem Bett ein kleiner Schreibtisch mit Stuhl, am Fußende steht ein Regal.
Unter dem Bett befindet sich mit einem Vorhängeschloss abschließbarer Stauraum, über dem Bett ist quer durch das Zimmer eine
Wäscheleine gespannt.
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Blick vom Schrank zum Fenster
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Blick Fenster zum Schrank; das Handtuch rechts hängt an der Wäscheleine, links sieht man eine der beiden in die Trennkonstruktion eingearbeiteten
Türen, links dahinter die Haupttür
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Blick vom Hof auf das Wohnheim. Unser Zimmer ist das zweite von unten über dem roten Wagen; links im Bild sieht man den Eingang zum Wohnheim.
Unsere Vorgänger haben uns neben einer kleinen Physik-Bibliothek jede Menge nützlicher Dinge hinterlassen, z.B. Lebensmittel,
Herdplatte, Wasserkocher, Sandwichtoaster (dass Kochen auf dem Zimmer offiziell verboten ist, interessiert hier eigentlich niemanden),
Tassen, Teller, Besteck, Leintücher, Kissen, Eimer, Werkzeug... sowie
eine Schachtel mit der Aufschrift "Government of Kenya -- Not for Sale"; Inhalt: noch 13 von ehemals 100 Kondomen.
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Die erwähnte Schachtel
Zu dieser Zeit waren wir beide schon ziemlich müde -- immerhin waren wir nun über 30 Stunden unterwegs und hatten
höchstens zwei Student Schlaf -- allerdings fiel uns an der Stelle auf, dass wir möglichst bald noch Bargeld
bräuchten. Da Thomas erst wieder am Montag Zeit hatte, fuhren wir also lieber gleich in die Stadt zum nächsten
Geldautomaten und besorgten noch ein Extra-Schloss für unser Zimmer: eine Konstruktion, die ich vorher noch
nirgends gesehen hatte: ein kleines schlüssellochförmiges Metallteil mit einem eigenen Schloss,
das man in das Schlüsselloch steckt und nach Betätigen des Schlosses, das einen kleinen Metallstift dreht,
ist das Schlüsselloch blockiert; man kann also selbst bei vorhandenem Schlüssel die Türe nicht ohne Weiteres
öffnen (ich nenne dieses Teil im Folgenden "Schlüssellochverschließer").
Leider passte dieses Teil nicht: es war etwa 2mm zu kurz. Es gab zwar noch von unseren Vorgängern ein passendes Teil,
allerdings nur einen dazu passenden Schlüssel. Allerdings war die Tür mit dem normalen Schlüssel durchaus abschließbar,
sodass die Lösung dieses Problems nicht sehr dringend schien und wir dies daher zunächst verschoben.
Thomas betonte immer wieder die potentiellen Gefahren -- vom Diebstahl im Studentenwohnheim über das Wasser, das man seiner Meinung nach lieber abkochen sollte, bis zum Überfallenwerden auf der Straße -- und riet uns, zunächst nicht alleine in die Stadt zu gehen, bis wir uns selbst gut genug auskennen und -- auch wenn wir nur kurz weggehen -- das Zimmer immer abzuschließen.
Wieder zurück im Studentenwohnheim holten wir uns in einem "Café" besorgten, das sich auf dem Wohnheimsgelände befindet, unter anderem ein Sandwich zu essen: Weißbrot, das die Konsistenz von ungetoastetem Toastbrot beitzt, dazwischen eine Scheibe Wurst und eine Scheibe Salat. Für das Abendessen mussten wir -- inklusive Gatränke -- zusammen etwa 140 KSh berappen.
Samstag (08.10.)
Am Samstag erkundeten wir nach langem Schlaf den Campus und aßen dort im "African Feast"-Café gegenüber des Physik-Gebäudes für je 90 KSh. Zurück im Zimmer räumte ich meine Sachen ein und versuchte später, das Wohnheim auf dem Stadtplan eines Reiseführers wiederzufinden (es gelang aber lediglich, das ungefähre Gebiet einzuschränken...), den Rest des Tages las ich auf meinem Zimmer noch ein wenig und holte noch etwas Schlaf nach.
Vielleicht ist dies die richtige Stelle, um ein paar Worte zu den sanitären Anlagen zu verlieren. Am Ende des Ganges, der etwa
10 Zimmer umfasst (die jeweils wie beschrieben in zwei kleinere Zimmer unterteilt sind), befinden sich zwei Räume: ein Wasch-
und Bügelraum mit großen Waschbecken und je zwei Wasserhähnen für warmes bzw. kaltes Wasser. Im zweiten Raum befinden sich
die Toiletten, Duschen (ebenfalls mit warmem Wasser)
und Waschbecken. Insgesamt nicht besonders hygienisch ausgestattet (so gibt es z.B. weder Klodeckel
noch Klobrille und der Klorand ist schon etwas "verschmutzt"), aber insgesamt annehmbar, denn insgesamt funktionierte alles
mehr oder weniger gut (wenn man von vereinzelten Wasserhähnen und Klospülungen absieht, die ständig laufen und sich nicht
abschalten lassen). Auch unseren Trinkwasservorrat haben wir von diesen Anlagen bezogen (und das Wasser -- wie von Thomas empfohlen --
abgekocht). Insgesamt erinnerte mich das ein wenig an Camping-Urlaub: zu den Toiletten und Duschen muss man ein kleines
Stück gehen (vorher unbedingt Badeschlappen oder Schuhe
anziehen), Wasser ist von dort zu holen (und abzukochen); auch der Waschraum mit den vielen Waschbecken
erinnert daran.
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Das "Badezimmer"; vorne sieht man zwei Toiletten, hinten drei Duschen
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Hier eine Dusche bzw. Toilette etwas genauer...
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Der Waschraum
Sonntag (09.10.)
So ist verständlich, dass das Ganze gleich viel unangenehmer wird, wenn das Wasser nicht funktioniert, wie es am Sonntag morgen der Fall war. Also weder Wasser, um zu duschen, noch, um unseren Trinkwasservorrat aufzufüllen. Zum Glück hatten wir vom Tag zuvor noch genug zu trinken, sodass wenigstens für unser Frühstück Wasser kein Problem war: dies bestand aus einer Knorr-Suppe, die noch von unseren Vorgängern übrig war uns Brot, das wir am Wohnheim-Kioks kauften.
Die Suppe bereiteten wir auf einer Herdplatte zu: Die Drähte eines Stromkabels wurden an eine Metallspirale angeschlossen, die
sich dadurch stark erwärmt. Da die Anschlüsse nicht besonders gut vor versehentlichem Hinfassen
geschützt waren, war die Konstruktion insgesamt wenig vertrauenserweckend.
Zum Glück fand sich in der Werkzeugkiste noch ein funktionstüchtiger Phasenprüfer, so dass vor dem Kochen
ausgeschlossen werden konnte, dass das gesamte Gerüst (und damit auch der Blechtopf) unter Strom steht (was zwar ohnehin
unwahrscheinlich war, aber doch beruhigend, diese potentielle Gefahr gefahrlos ausschließen zu können).
Die Herdplatte und die erwähnten Stromanschlüsse.
Das fehlende Wasser war auch eine gute Ausrede, um uns über den Rat von Thomas hinwegzusetzen und doch schon jetzt allein in die Stadt
zu gehen, obwohl wir uns dort nicht auskannten. Mit Kompass und Statdplan ausgerüstet gings also los; die ungefähre Richtung hatten
wir noch in Erinnerung und nach zwanzig Minuten waren wir am Rand der Innenstadt, an der gleichen Stelle, an der wir mit Thomas nach unserer
Ankunft schon einmal waren. Die Stadt war relativ leer, trotzdem war genug los, um sich nicht unsicher zu fühlen. Neben den vielen kleinen
Geschäften, die an diesem Tag alle geschlossen hatten, sahen wir auch einige Fastfood-Restaurants im amerikanischen/europäischen
Stil (und zu ähnlichen Preisen, also Preisen, die mindestens um Faktor 2--3 über dem eines einfachen Essens liegen). Wir liefen
etwas ziellos in der Stadt herum -- zwar ohne jemals auf den Plan zu schauen (denn wir wollten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich), aber
mit einigen Hochhäusern als Orientierungspunkten und dem in groben Zügen auswendig gelernten Stadtplan haben wir nie die Orientierung
verloren. Eher zufällig entdeckten wir einen Supermarkt der auch sonntags geöffnet hat: Wallmatt (man fühlt sich bei einigen
Namen an Bekanntes erinnert; zumindet die Namen scheinen manchmal amerikanisches/europäisches Vorbild zu haben...).
Wir kauften einige Lebensmittel, darunter auch drei Liter Wasser ("wer weiß, wann wir wieder welches
haben") und (wie sich später herausstellte) verschimmeltes Toastbrot.
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Auf dem Weg zur Stadt kommt man am Physik-Gebäude vorbei (die Physik besteht tatsächlich aus einem Gang in diesem Gebäude)
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Der Weg zur Stadt (von der gleichen Position aufgenommen wie das vorige Bild, nur in der anderen Richtung)
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Blick von der Kreuzung Kaunda St/Wabera St Richtung Nordost.
Montag (10.10.)
Da wir an diesem Tag mit Thomas verabredet waren, der uns zum Chairman begleiten wollte und noch ein wenig mit der Umgebung vertraut machen wollte, sind wir die meiste Zeit über in unserem Zimmer geblieben, um auf ihn zu warten. Nur zum Frühstück wollten wir wieder zu einem der Cafés auf dem Campus, mussten aber feststellen, dass dieses geschlossen hatte (es war Feiertag: Moi Day). Also bereiteten wir unser Essen wieder im Zimmer zu. Diesmal bemühten wir den Sandwich-Toaster und toasteten damit den nicht verchimmelten Teil des am Sonntag gekauften Brotes, beschmierten dieses mit einer Art Margarine und streuten noch Zucker und Zimt darauf.
Abends gab es (wieder von der Kochplatte) Reis mit Tomaten und Zwiebeln; die Zutaten hatten wir vom Kisok, der zum Glück auch an diesem Feiertag geöffnet hatte.
Thomas kam den ganzen Tag über nicht, was ich ein wenig ärgerlich fand; schließlich haben wir ihn schon darauf hingewiesen, dass der Montag ein Feiertag sei und es ein Problem damit geben könnte, an diesem Tag den Chaiman sprechen zu wollen, er jedoch trotzdem meinte, er käme bei uns vorbei.
Das Wasser funktionierte irgendwann an diesem Tag übrigens wieder; inzwischen haben wir auch festgestellt, dass nur ein Bereich des Wohnheims davon betroffen ist, sodass wir mit einem längeren Weg alles Notwendige und Nützliche erledigen können.
Dienstag (11.10.)
Morgens gab es wieder kein Wasser, was diesmal aber Dank Kenntnis der Alternative kein Problem war. Nach dem Zimt-Zucker-Toastbrot-Frühstück machten wir uns nun selbst auf den Weg zu Chairman, der uns nach einiger Wartezeit im Vorzimmer auch herzlich empfing. Er erklärte uns zunächst einige organisatorische Dinge. So erfuhren wir z.B. dass die Vorlesungen erst am 31.10. anfangen, die Woche davor müsse man sich registrieren und für Vorlesungen anmelden. Dann sprach er allgemeiner über anstehende Umstrukturierungen der Universität (und beruhigte uns gleichzeitig, dass trotzdem immer jemand für uns da sei) und über den Sinn und Zweck des Austauschs. Dabei sprach er auch einige Punkte an, die in der Vergangenheit offenbar schon zu Problemen geführt haben, ohne dabei konkrekt diese vergangenen Probleme hinzuweisen: er betonte, dass es in Afrika üblich sei, den Älteren Respekt zu erweisen, etwas, dass in Europa in dieser Weise wohl nicht zutreffe und meinte, wir sollten Konflikten lieber aus dem Weg gehen, die aus solchen Missverständissen entstehen können. Am Ende betonte er, dass wir jederzeit einen Termin mit ihm vereinbaren könnten, wenn es Fragen zu klären gebe. Insgesamt verlief das Gespräch in einer sehr positiven Atmosphäre, auch die Ratschläge kamen als ein wohlwollender Vorschlag, ohne auch nur ein wenig belehrend zu wirken und ohne eine Spur von Vorwurf (was ich bemerkenswert finde, da dies bei solchen Themen nur allzuleicht auch ungewollt geschieht).
Mittags gingen wir zu dem Statdtteil "Westlands", der gut knapp zwei Kilometer etwa eben so weit weg ist wie die Innenstadt, jedoch nördlich von unserer Unterkunft liegt (die Innenstadt liegt im Süden). Wieder orientierten wir uns, indem ich zuvor wichtige Teile des Stadtplans auswendig lernte und kauften bei der ersten sich ergebenden Gelegenheit je eine Handykarte, die in Kenia häufig Prepaid-Basis funktionieren und fast nichts kosten (100 KSh). Zum Aufladen des Guthabens kann man fast überall in der Stadt Codes kaufen, die man dann z.B. als SMS an eine spezielle Nummer schicken kann.
In Westlands steht ein "Centre" (damit werden hier Gebäude bezeichnet, in denen meherere Geschäfte versammelt sind) neben dem anderen; eines der größten davon ist das "Sarit Centre", das auch viele höherpreisige Gaschäfte beherbergt. Dies macht sich auch am Weißen-Anteil bemerkbar: sobald man einen Blick in eines dieser Geschäfte wirft, sieht man weit mehr Weiße als sonst. Das empfinde ich immer etwas seltsam, da einem dann bewusst wird, wie auffällig man selbst ist: in dieser Stadt, in der fast alle schwarz sind, fällt jeder mzungu (Swahili für Weißer) gleich auf; auch erst dann wird einem wieder bewusst, dass man ja zur selben Kategorie gehört.
Aber auch hier im Sarit-Centre, wo vieles sehr europäisch aussieht, habe ich bei einigen Dingen das Gefühl, ein Provisorium zu erkennen (wobei es sich natürlich nur in den seltensten Fällen auch wirklich um eines handelt). Wobei "Provisorium" es nicht ganz richtig trifft. Treffender wäre zu sagen, dass Dinge, die hier "professionell" umgesetzt werden (und an sich auch genug Geld dafür da ist, wie im Sarit Centre), in Deutschland unprofessionell wirken würden. So sehen für mich manche (Laden-)Schilder etwas "selbst gebastelt" aus -- so, als würde das niemand machen wollen, der seriös und professionell wirken möchte. Dabei ist die Assoziation hier nicht zutreffend: es handelt sich sicherlich um einen seriösen Händler.
Im "Uchumi", einem großen Supermarkt im Sarit-Centre, kauften wir noch einige fehlende Alltags-Gegenstände. Wenn man sich die Artikel und die dazugehörigen Preise ansieht, versteht man auch, warum die meisten Artikel auch (manche sogar nur) in großen Mengen angeboten werden (sonst würde sich der Verkauf vermutlich kaum lohnen): so kann man z.B. Stahlwolle nur in ca. 10l großen Bündeln kaufen und auch Marmelade gibt es in 5kg-Dosen, alles natürlich zu preisen, die man in Deutschland nirgendwo antrifft.
An diesem Tag waren schon deutlich mehr Studenten im (und rund ums) Wohnheim unterwegs als die Tage zuvor; langsam kommt eine gewisse Universitäts-Atmosphäre auf (schließlich war das auch der erste normale Werktag seit unserer Ankunft).
Am Abend telefonierte ich mit Atréju, der seit Mitte Juli an der "Jomo Kenyatta University of Agriculture and Tchnology" in Juja, etwa 40 matatu-Minuten außerhalb studiert. Wir verabredeten, uns am folgenden Tag an seiner Universität zu treffen.
Mittwoch (12.10.)
Nach dem Frühstück ging wir in die Stadt und erledigten einige kleinere Einkäufe und testeten das Internet-Café neben dem Goethe-Institut, wo man für 1KSh pro Minute ins Internet kann. Auf dem Postamt habe ich dann versucht, eine Post Office Box zu beantragen, damit ich auch per "snail-mail" erreichbar bin. Nachdem ich ein paarmal von einem Schalter zum nächsten geschickt wurde, hatte ich das richtige Formular gefunden und (mehr oder weniger) ausgefüllt. Allerdings hieß es dann, das könne noch einige Wochen dauern, es gäbe eine Warteliste, ich würde dann telefonisch oder per Mail informiert.
Nach den Besorgungen, die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, erkundeten wir den östlichen Teil der Stadt, den wir bis dahin noch nicht gesehen hatten. Im Reiseführer wird vor diesem Gebiet -- wie ich finde etwas übertrieben - gewarnt, da es in dieser Gegend anscheinend öfter zu Diebstählen kommt. Daher hatten wir dies bei unserer ersten Erkundung am Sonntag ausgespart.
Dieser Teil (Moi Avenue, Tom Mboja Street, River Road) ist insgesamt sehr viel belebter als der westliche Teil der Innenstadt.
Nicht nur viele der typisch kleinen Läden sind hier versammelt, auch sehr viele matutus fahren hier ab.
Im südlichen Teil dieses Ostteils waren dann kaum noch Touristen zu sehen. In einer Durchgang zur Parallelstraße (eine Art Passage), sahen
wir, dass das Angebot, hier Schlüssel nachmachen zu lassen. In der Passage war ein Seitengang durch Holzwände
in etwa 10 kleine Parzellen unterteilt, die jeweils nur etwa 2x3m umfassten. In den meisten dieser Parzellen stand ein Kopierer und ein
Computer. Da die meisten Kenianer sich keinen eigenen PC leisten können, nehmen sie hier einen entsprechenden Service in Anspruch: Man kann
sich hier seine Dokumente abtippen, ausdrucken und kopieren lassen, manche bieten auch Scannen u.ä. an. Halb vor, halb in den Parzellen
gibt es etliche Sitzgelegenheiten für die Wartenden, d.h. die Kunden, die darauf warten, dass ihr Auftrag ausgeführt wird
(auch das ist übrigens typisch: das Warten. Hier nimmt man die Dinge etwas lockerer; niemand könnte wohl genau sagen, wie lange
etwas dauert, es wird dann einfach gewartet, bis es soweit ist).
Im hinteren Teil einer dieser Parzellen stand die Schleifmaschine des Schlüsselmachers. Wir zeigten ihm unseren Schlüssel des
Schlüssellochverschließers (s.o.) und fragten, wie viel es koste, einen solchen nachzumachen. Er verlangte 150 KSh, was uns angemessen
erschien (ein neues Teil mit zwei Schlüsseln kostet ca. 350 KSh) und machte sich an die Arbeit. Das größte Problem schien dabei die
Beschaffung eines passenden Schlüssel-Rohlings zu sein. So warteten wir letztlich über eine halbe Stunde, obwohl das Schleifen selbst eine
Sache von wenigen Minuten war.
In der Passage gab es außerdem noch einige Essgelegenheiten, von denen wir eine zum Mittagessen nutzten. Hier war das Essen relativ
günstig (90 KSh inkl. Getränk), dabei wurde Leitungswasser zum Essen unbegrenzt umsonst serviert. Touristen (bzw. Weiße) waren hier keine zu sehen.
Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zu den
matatus, um nach Juja zu gelangen. Da der Abfahrtsbereich sich über mehrere Blöcke erstreck, war es nicht ganz einfach, die richtige
Linie zu finden, aber schließlich fanden wir sie mit Hilfe einiger hilfsbereiter Einheimischer schließlich doch.
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Wartende matatu-Fahrer im nördlichen Teil der Tom Mboya St
An der Abfahrtsstelle stehen in der Regel viele matatus der gleichen Linie. Diese warten mit der Abfahrt, bis sie voll sind (d.h. 14 Passagiere, manchmal auch etwas mehr), es gibt also keine festen Abfahrtszeiten. Daher muss man sich ein möglichst volles matatu suchen, um bald abfahren zu können.
In Juja angekommen, zeigte uns Atréju zunächst seine -- im Vergleich zu unserer -- außerordentlich luxuriöse Unterkunft mit eigenem Wohnzimmer (Fernsehen, Radio, Couch, Couchtisch), separater Küche, eigenem Bad und dem eigentlichen Zimmer, das etwa so groß war wie unsere beiden zusammen. Wir sprachen ein wenig über Reisemöglichkeiten und mögliche Freizietaktivitäten und erhielten einige wertvolle Tipps. Danach führte es uns auf dem Universitätsgelände herum und zeigte uns einige Einrichtungen. Der Campus schien uns deutlich weitläufiger uns insgesamt etwas schöner gestaltet und besser erhalten, als das, was wir bisher von der University of Nairobi gesehen hatten. Danach sprachen wir mit dem Dean des Departments of Physics über das DOAS-Projekt, zu dem Atréju und ich je eine Arbeit anfertigen werden (die an den jeweiligen Universitäten dann als ein obligatorisches "project" anerkannt wird) und sprachen über einige diesbezügliche organisatorische Dinge.
Um kurz nach fünf fuhren wir mit einem matatu wieder in Richtung Nairobi ab. Nachdem wir mitten auf der Strecke in ein anderes
mamatu umgeladen wurden (das Fahrzeug war nur noch halb besetzt; vermutlich lohnt es sich dann nicht mehr), erreichten wir
Nairobi bei fortgeschrittener Dämmerung kurz vor sechs.
Nach dem Essen in einem billigen Schnellrestaurant gingen wir zurück zu unserer Unterkunft, wo wir etwa um 8 ankamen; es war der erste
Tag, wo wir von morgens bis abends unterwegs waren.
Donnerstag (13.10.)
Dieser Tag hatte einen eher ruhigen Start: nach dem Frühstück bis mittags gibt es nichts Lohnendes zu berichten. Danach bin ich in die Stadt aufgebrochen; diesmal allein, da Malte sich nicht ganz wohl fühlte (vermutlich wegen dem -- ungekochten -- Leitungswasser beim Mittagessen vom Vortag).
Im nördlichen Teil der Moi Av. (östlicher Teil der Innenstadt) kaufte ich mir eine dünne Jeans, da die Hosen, die ich mitgebracht habe, doch etwas zu warm sind. Dabei musste ich auch zum ersten Mal (seit ich hier bin) um den Preis handeln (sonst waren die Preise -- wie z.B. im Supermarkt -- eigentlich fest); am Ende meinte die Verkäuferin, ich sei ein harter Brocken, was ich natürlich gerne hörte (obwohl ich nicht denke, dass der gezahlte Preis von 1200 KSh wirklich an ihre Schmerzgrenze ging).
Ich lief noch ein wenig in der Stadt herum und machte noch einige Fotos: die Außenfotos auf dieser Seite stammen alle von diesem Tag, da es das erste Mal war, dass ich meine Kamera dabei hatte. Ich kaufte noch ein paar Dinge im Wallmatt und lief auf der Suche nach ein paar schönen Motiven noch etwas ziellos durch die Straßen.
Dabei wird man in manchen Gegenden immer wieder angesprochen; meist handelt es sich
um Werbung für Safaris, manchmal auch für Souvenir-Geschäfte. Diese "Vertreter", wie ich sie nennen möchte, sind dabei manchmal
recht aufdringlich, aber einigermaßen höflich. Oft fragen sie,
was man in der Stadt so macht, wo man herkommt und dergleichen und versuchen so, einen freundschaftlichen Kontakt zu dem potentiellen
Kunden aufzubauen. Dabei ist aber immer relativ achnell klar, worum es geht und was hier beworben wird. Aber es geht auch anders,
wie ich an diesem Tag noch feststellen sollte.
Die Geschichte fing damit an, dass mich (wieder einmal -- wie gesagt ist das nicht sehr ungewöhnlich) jemand ansprach und mir
die üblichen Einstiegs-Fragen stellte (wo ich herkomme, was ich gerade mache usw.).
Allerdings erwähnte er nicht gleich irgendein Verkaufsangebot, obwohl
ich zunächst davon ausging, dass es sich auch bei ihm um einen Vertreter handelte. Nach den ersten Fragen sprachen wir ein wenig über das Schul-
und Universitätssystem in Deutschland. Er sagte auf meine Nachfrage, er mache gerade seinen
Ph.D. in Politologie und interessiere sich daher für andere Länder,
insbesondere natürlich auch Deutschland. Er schien schon das eine oder andere über das Thema zu wissen (so z.B. über
die Zugangsregelung für bestimmte Fächer an der Universität über die Note),
so dass mir sein Interesse ehrlich schien. Ich war zwar noch etwas skeptisch, was seine Motive anging, aber schließlich möchte ich nicht
wegen meines Vorurteils, bzw. bisherigen Erfahrungen
(nämlich dass jeder, der mich anspricht, mir letztlich etwas verkaufen will) einen ehrlich interessierten, höflichen Menschen
abweisen. Außerdem war Jakob Sisulu, wie er sich mir bald darauf vorstellte,
sehr sympatisch und gewann bald mein Vertrauen. Wir verlegten das Gespräch in ein Café, an dem wir vorbeikamen. Einige Minuten später kam
zufällig ein Freund von ihm vorbei (der sich als "Mike Kakui" vorstellte),
der auch etwas über dies und das plauderte.
Nach einiger Zeit erzählte Mike von seiner Lebensgeschichte: er sei vor einiger Zeit mir zwei anderen
wegen politischer Verfolgung aus Somalia hierher geflohen, allerdings könne man sich hier keine Existenz aufbauen, da es unmöglich sei, in Nairobi
als Ausländer eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten und eine Existenz aufzubauen.
Relativ bald war dann klar, was er wollte: ich sollte ihm Geld für eine angebliche Weiterfahrt nach Zambia geben, wo dies alles viel einfacher möglich
sei.
Die Fahrt koste -- so Mike weiter -- insgesamt 14.000 KSh (ca. 150 €);
auf meine Nachfrage fügte er hinzu, dass sie etwa 4.000 schon auf diese Weise (also Spenden von Touristen) gesammelt hätten. Er wirkte bei
dem Erzählen dieser Dinge durchaus glaubwürdig.
Die Sache wurde mir jedoch langsam etwas unangenehm, so dass ich schonmal meinen Tee zahlte und meine Sachen
packte; schließlich wusste ich nicht, wie sie reagieren würden, wenn ich mich weigerte, auch nur eine Kleinigkeit zu zahlen.
Ich sagte ihnen, dass ich aus Prinzip kein Geld einfach so fast Fremden geben würde und fragte sie, wie ich wissen könne, dass mir hier
keine Lügengeschichte aufgetischt wedre, um mich hereinzulegen und an Geld zu kommen.
Mike erklärte, dass alle Papiere -- und damit alle Beweise für seine Herkunft --
bei der Flucht vernichtet worden seien, dass wir aber gerne zum Bahnhof gehen könnten, wo angeblich irgend etwas klarer würde bzw. dass er mir dort
etwas beweisen könnte
(was genau, habe ich nicht verstanden, da ich sowieso kein Interesse verspürte, den beiden irgendwohin zu folgen).
Jakob hatte die ganze Zeit über
geschwiegen. Sein Part (mein Vertrauen zu gewinnen) war ohnehin (und -- wie ich zugeben muss -- recht erfolgreich) erledigt.
Ich machte nochmal deutlich, dass ich ihnen nicht helfen würde und verließ nach einigen Minuten Gespräch --
welches immer noch auf der gleichen höflich-freundschaftlichen Ebene verlief -- das Café.
Ich war etwas aufgewühlt und hatte beim Verlassen des Cafés die Orientierung nicht gleich wieder und so lief ich zunächst einige Minuten etwas orientierungslos herum, bis ich mich -- am Sonnenstand orientierend -- wieder Richtung Norden aufmachte, Richtung Universitätsgelände. Es dauerte eine Weile, bis mir die Umgebung wieder bekannt vorkam, aber die Innenstadt von Nairobi ist zum Glück relativ klein und es kann kaum passieren, dass man dieses Gebiet ausversehen verlässt. Die Innenstadt empfinde ich -- was das Sicherheitsgefühl angeht -- als vergleichsweise angenehm: es sind viele Leute unterwegs, auch offensichtlich gut betuchte Kenianer, die sich hier anscheinend keine Sorgen machen, das auch zu zeigen. Außerdem gibt es in fast jeder Straße mehrere Wachleute, die Banken oder Geschäfte bewachen, was das Sicherheitsgefühl weiter steigert (ob berechtigterweise, ist natürlich ein andere Frage).
Ich war etwas erleichtert, als ich feststellte, dass mir offenbar niemand von den beiden folgte (ich bekam noch mit, dass Mike hinter mir die Treppe des Cafés hinunterlief, mir zu Beginn also vermutlich noch folgte). Nachdem ich im Internetcafé am Nordende der Innenstadt war, machte ich mich auf den Heimweg.