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Der (restliche) Oktober

Anmerkungen

Entgegen den "ersten Tagen" versuche ich mich von hier an ein wenig kürzer zu fassen (was mir allerdings nicht immer gelingen wird...).

Freitag bis Donnerstag (14.10.-20.10.)

Am Freitag gingen wir in die Stadt, um nochmals einige Fotos zu machen und um die Abfahrtsstelle des matatus nach Naivasha zu finden, der Stadt, zu der wir am darauffolgenden Dienstag fahren wollten. Da diese relativ weit im Ostteil der Stadt lag, in dem wir uns noch nicht auskannten, war dies alles andere als einfach. Ein unnachgiebiger Vertreter, der Werbung für Safaris machte, bot uns an, uns den Weg zu zeigen, was wir letztlich annahmen und ihm im Gegenzug in das Büro der beworbenen Safari-Gesellschaft (Prime Time) folgten, und uns dort mit Informationsmaterial versorgen ließen und uns die Angebote vom "General Manager" erklären ließen und einige Fragen stellten -- schließlich wollten wir früher oder später ja tatsächlich eine Safari machen und von diesem Veranstalter haben wir durchaus schon Positives gehört.

Abends hatten wir unsere erste Swahili-Stunde in einem "Health-Club" in Westlands. Neben Malte und mir kamen noch Atréju, seine Freundin Ela und Hanna, die ein Praktikum beim DAAD macht und zusammen mit Ela bei einer Angestellten der deutschen Botschaft, einige Gehminuten von dem Healthclub entfernt, wohnt. Der Swahili-Lehrer hat uns außer ein paar Worten Swahili noch einige Broschüren von verschiedenen Vereinen und Veranstaltungen mitgegeben.
Nach der Swahili-Stunde ließen wir den Abend bei Hanna uns Ela ausklingen, die bei einer Angestellten der deutschen Botschaft wohnen und damit (im Vergleich zu uns) manchen Luxus genießen, aber durch die Sicherheitsvorkehrungen auch etwas abgeschnitten sind.
Für die Abschlussfeiern am Freitag wurden die Blumentöpfe in die Nationalfalgge gewickelt und der Bordstein neu angemalt (der sonst eher braun ist, denn die für hier typische "Wiese" im Hintergrund besteht teils aus mehr Staub als Gras)

Die ersten Gebäude der Innenstadt, wenn man zu Fuß von der Universität kommt.

Eine Tankstelle (Kreuzung Market Street/Koinange Street)

Am Samstag gingen wir nochmal in den östlichen Teil der Stadt, in dem wir am Vortag schon waren. Je weiter man in den Osten kommt, umso schäbiger und heruntergekommener wird alles, dafür aber auch weniger touristisch und irgendwie "authentischer". Dort sieht man dann auch "Lebensmittelmärkte" (die aus an der Straße auf Tüchern ausgebreiteten Waren bestehen) und Läden, wie wir sie schon auf dem Land gesehen hatten, in den touristischen bzw. reicheren Gebieten der Stadt aber kaum zu finden sind.

Auf einer der Broschüren unseres Swahili-Lehrers fand ich eine Ankündigung des "Nature Kenya"-Vereins für den kommenden Sonntag: es würde eine sonntägliche Vorgelbeobachtung ("Sunday Birdwatch") stattfinden, wo genau es hinginge, würden die Mitglieder beim Treffen entscheiden. Wir waren zwar keine Mitglieder in diesem Verein (und ich mache mir ehrlich gesagt auch nicht so viel aus Vogelbeobachtungen), wir beschlossen aber dennoch, uns der Gruppe anzuschließen, da dies vermutlich eine gute Gelegenheit sein würde, mehr Leute von hier kennenzulernen.
Die Gruppe, die wir dann um 9:00 Uhr vor dem National Museum antrafen, war durchaus interessant: zwei Drittel der etwa 30 Teilnehmer waren ursprüngliche Kenianer (viele von ihnen machten eine Ausbildung zum Guide), einige andere waren Ausländer, von denen einige für Hilfsprojekte arbeiten (z.B. Karin aus den Niederlanden, die von hier aus Hilfsprojekte für den Sudan koordiniert, Chris aus Großbritannien, der für das icipe arbeitet, ...).
Die Führung übernahm die (nach meiner Schätzung) etwas über 70 Jahre alte, ursprünglich wahrscheinlich aus Großbritannien stammende Fleur (zumindest sprach sie ein sehr britisches Englisch, das sich deutlich(!) von dem sonst hier gesprochenen unterscheidet; ich war froh, da ich auf einmal so viel verstand...). Nachdem wir uns auf die vorhandenen Autos verteilt hatten, fuhren wir ca. 30km zu einer Teefarm in der Nähe von Limuru, wo wir in einem Waldgebiet unsere Vogelbeobachtungen begannen.
Bevor wir um etwa 17:00 Uhr in Nairobi ankamen, beobachteten wir -- nach einem kurzen Vortrag über die möglicherweise schon im November durch die Zugvögel aus Europa ankommende Vogelgrippe -- noch Enten und andere Seevögel auf mehreren Seen in der Nähe.

Einer der Teilnehmer, Rotich Oscar, hatte uns zu sich nach Hause eingeladen, was wir dankbar annahmen -- schließlich war das die Gelegenheit, uns ein Bild der Lebensumstände eines "normalen" Kenianers zu machen.
Wir fuhren mit dem Bus vom Stadtzentrum etwa 2km in den Südosten der Stadt in die "Shanty-Towns" (in die wir uns wohl nie alleine gewagt hätten), wo er uns seine aus einem knapp 3x3m großen Zimmer bestehende Wohnung zeigte, die er sich mit seiner Frau und seinem etwa 3 bis 4 Jahre altem Sohn teilte. Für eine solche Wohnung sind hier etwa 2000 KSh im Monat zu zahlen -- "viel Geld", wie Rotich meinte, aber immerhin koste die Fahrt in die Stadt von hier nur 20 KSh; außerhalb, wo es günstigere Wohnungen gäbe, zahle man bis zu 50 KSh, um in die Stadt zu kommen und daher sei es hier insgesamt noch ganz in Ordnung.

Die Häuser in dieser Gegend sind alle einstöckig; außerdem machten sie keinen besonders robusten Eindruck (obwohl das hier sicherlich noch zu den besseren Gegenden zählt; immerhin kam mir alles einigermaßen sauber vor und auch die Leute, die wir hier antrafen, machten insgesamt keinen bettelarmen Eindruck). Meist sind etwa 15-20 dieser Einzimmer-Wohnungen zu einem Gebäude zusammengefasst, sie teilen sich also einen Eingang und einen gemeinsamen Hof (und meist haben sie auch denselben Besitzer).

Rotich nahm uns mit zu einer Aufführung einer Tanzgruppe, die -- mit Trommelmusik begleitet -- traditionelle Tänze aufführte. Die Gruppe bestand aus Jugendlichen dieser Gegend, die Rotich in den Tänzen unterrichtete. Soziale Probleme ließen sich so ein wenig eindämmen, es sei gut, die Jugendlichen zu beschäftigen, so Rotich. Er versuche außerdem, hier eine kleine Bibliothek aufzubauen, doch dafür fehle das Geld und Geldgeber seien nicht leicht zu finden.

Ich hatte am Sonntag wohl ein wenig zu viel Sonne abbekommen, so dass ich mir neben einem Sonnenbrand vermutlich noch einen Sonnenstich einfing und mir am Montag etwas übel war und mich auch etwas krank und schwach fühlte und daher nicht zu viel kam.
Dennoch schaffte ich es, mich am Montag Malte und Atréju anzuschließen, um mit Professor Angeyo Kalambuka (meinen künftigen Betreuer für das DOAS-Projekt) zu sprechen und mit ihnen beim DAAD-Regionalbüro vorbeizuschauen, um uns dort kurz vorzustellen und unsere Kontaktdaten für Informationen über anstehende Veranstaltungen zu hinterlegen. Die Swahili-Stunde am Montag Abend fiel für mich jedoch aus.

Am Dienstag wollten Malte und ich ursprünglich auf eine Reise in den Norden aufbrechen, allerdings wurde daraus wegen meiner Krankheit doch nichts.

Am Dienstag Abend waren wir drei beim MCK (Mountain Club of Kenia), eine etwas seltsame Gesellschafft, die zum allergrößten Teil aus Weißen besteht, was hier schon etwas befremdlich ist. Auch die Leute, die man hier antrift, hinterlassen sehr unterschiedliche Eindrücke. Es gibt aber auch durchaus nette Leute und vielleicht bietet sich noch die eine oder andere Gelegenheit, an einer Wanderung oder Klettertour teilzunehmen, so dass wir für das restliche Jahr Mitglieder geworden sind.
Allerdings hatte ich an jenem Abend viel damit zu tun, mich daruf zu konzentrieren, dass mir nicht noch schlechter wird, so dass ich von den Leuten so viel letztlich nicht mitbekam.

Da am Mittwoch mein Gefühl, krank zu sein (d.h. die Übelkeit) immer noch nicht nachgelassen hatte, beschloss ich, möglichst bald einen Arzt aufzusuchen. Der meinte, es handele sich vermutlich um eine lästige, aber eher harmlose bakterielle Infektion, gab mir Antibiotika mit und riet mir, mich in nächster Zeit nicht körperlich zu betätigen.

Damit fiel der für Donnerstag bis Sonntag angesetzte Ausflug zum Hell's Gate-Nationalpark, zum dem Atréju uns eingeladen hatte, für mich flach und ich verbrachte den Donnerstag (der hier Feiertag war, was bedeutet, dass in der Stadt sicher nicht viel los war) zum Großteil im Studentenwohnheim.

ab Freitag (21.10.)

Am Freitag fühlte ich mich wieder gesund und ging mittags in die Stadt um einzukaufen. Ich ließ mich dann dazu hinreißen, den City Market zu besuchen, der zu einem großen Teil aus Souvenir-Ständen besteht. Allerdings war an diesem Tag nicht sehr viel von Touristen zu sehen und alle Verkäufer stürzten sich geradezu auf mich, um mir ihren Stand zu zeigen (d.h. wenn ich mit einem Stand fertig war stand schon immer jemand bereit, um mich zum nächsten Stand zu begleiten und mir dort alles zu zeigen).
Gleich beim ersten Stand kaufte ich dann auch ein paar schöne Zeichnungen, allerdings kam mir der Preis immer noch zu hoch vor, obwohl ich nur ein Viertel des ursprünglich angegebenen Verkaufspreises gezahlt hatte. Auch bei den anderen Ständen wurden mit ähnliche Erstpreise genannt, es scheint also üblich zu sein, so übertrieben hohe Preise zu fordern.
Danach war ich noch kurz in einem im Reiseführer empfohlenen Souvenir-Geschäft "Zanzibar Curio Shop", das ziemlich gute Festpreise hat. Dort bestätigte sich auch mein Verdacht, zuvor etwas zu viel bezahlt zu haben: hier hätte ich ähnliche Dinge etwa um die Hälfte bekommen, allerdings war die Auswahl nicht ganz so gut.

Am Samstag wollte ich nochmal zum "Zanzibar Curio Shop", der jedoch leider (und entgegen den auf der Tür stehenden Angaben) geschlossen hatte. Ich wurde jedoch gleich darauf von einem Vertreter angesprochen, der Werbung für einen Souvenir-Laden ein paar Straßen weiter machte, den ich mir dann auch anschaute. Die Reihenfolge lautet dabei immer: erst alles aussuchen, was man gerne hätte, dann über den (Gesamt-)Preis verhandeln. Vorher schon eine Preisauskunft zu erhalten ist so gut wie unmöglich.
Ich suchte mir zwei kleine Holzfiguren aus, bevor es ans Verhandeln ging. Das nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch als das Aussuchen der Atrikel und ich finde das immer etwas Nerven aufreibend. Obwohl ich am Ende nur ein Sechstel des ursprünglich verlangten Preises zahlte, kommt er mir jetzt -- mit ein wenig Abstand -- immer noch zu hoch vor, was mich schon ein wenig ärgert. Nun ja, letztlich waren mir die Waren den Preis ja wert (zumindest zum Zeitpunkt der Entscheidung...) und ich tröste mich auch damit, dass ich wohl auch (zumindest indirekt) etwas Gute tue, wenn ich hier Geld ausgebe und in den kenianische Wirtschaftskreislauf bringe...
Abendessenszubereitung am Samstag Abend in Maltes Zimmer (der schon am Samstag -- und nicht wie erwartet am Sonntag -- von der Tour heimkehrte)

Insgesamt war die Woche (einschließlich Sonntag) nicht sehr aufregend: Morgens blieben wir noch zum Frühstück in unseren Zimmern, mittags erledigten wir dann das Eine oder Andere.
Frühstück bestand bei uns übrigens fast ausschließlich aus Toastbrot, das wir im (von unseren Vorgängern zurückgelassenen) Sandwich-Toaster toasteten, und aus den hier erhältlichen Brotaufstrichen, die nicht gekühlt werden müssen (also Margarine, Marmelade, Honig und Erdnussbutter; manchmal auch Curry und Salz...). Das Brot ist auch eine Sache, an die man sich ein wenig gewöhnen muss: unter "Brot" versteht man hier das, was man bei uns als "Toastbrot" bezeichnen würde. Ich muss immer ziemlich viel davon essen, um das Gefühl zu haben, dem Zustand der Sättigung auch nur ein wenig näher gekommen zu sein, und auf Dauer ist es wenig abwechslungsreich. Zum Glück gibt es einige Bäckereien ("French Bakery" genannt), die Brot anbieten, das dem Brot, das ich aus Deutschland gewohnt bin, schon deutlich näher kommt (allerdings immer noch davon entfernt ist).

Am Sonntag waren wir nochmals zu Fuß (diesmal eine neue Strecke -- wir verliefen uns auch prompt auf dem Rückweg) in Westlands im Sarit-Centre, um einige kleine Besorgungen im dortigen Uchumi-Supermarkt zu machen.

Am Montag begann die Einführungswoche für die Erstsemestler, die sich dann auch immatrikulieren mussten. Auf dem Campus war daher ziemlich viel los, vor allem vor den Einschreibungsbüros (die aus einigen eigens dafür aufgestellten Tischen bestanden) und vor den Ständen verschiedener studentischer Vereine.
Am Montag Abend war auch die dritte Swahili-Stunde. Diesmal fand sie in einer Pizzeria in Westlands statt, da das "Health-Centre" uns nicht mehr haben wollte. Das war zwar keine ideale Lösung, aber in diesem Fall noch die besten Alternative und da Ela an diesem Tag ihren Umzug beschlossen hatte, zeichnete sich auch schon die Alternative ab, den Unterricht bald in ihre neue Wohnung zu verlegen.

Am Dienstag waren wir im yaya-Centre, ein Einkaufszentrum, das ein wenig außerhalb der Innenstadt liegt; in einem Gebiet, in dem wir bis dahin noch nicht waren. Um ein wenig davon kennenzulernen, beschlossen wir, zu Fuß zu gehen. Zum Teil waren die Straßen, durch die wir liefen, nur von heruntergekommene Häuser gesäumt. Ihr Gehsteig vedient diesen Namen kaum, da es sich eher um Brachland zwischen Straße und Häusern handelte: unebene Erde, die staubig ist und ab und zu durch kleine Seen und Abfallhaufen durchbrochen wird.
Das yaya-Centre ist dagegen eine kleine Welt für sich, die sich deutlich von der eben geschilderten unterscheidet: viele gute Einkaufsmöglichkeiten, darunter auch etliche Geschäfte (z.B. für Outdoor-Aktivitäten), die eine Warenauswahl haben, wie man es von Geschäften in Deutschland erwartet; aber auch die Preise sind entsprechend auf deutschem Niveau (und das bedeutet, dass es für lokale Verhätnisse sehr teuer ist, da das Preisniveau i.a. etwa um Faktor 5 bis 10 unter dem in Deutschland liegt).

Am Donnerstag holten wir Robert, den dritten Austauschstudenten an der UoN, vom Flughafen ab. Vor die Wahl gestellt, den Weg vom Flughafen zum Studentenwohnheim gemütlich per Taxi oder eindrucksvoller per Bus und matatu zurückzulegen, entschloss er sich für Letzteres und wir fuhren nochmal den Weg, den wir selbst Anfang Oktober nach unserer Ankunft zurückgelegt hatten.
Am Abend zeigten wir Robert noch einige Teile der Innenstadt. Durch seine Fragen und Bemerkungen wurde ich wieder auf Dinge aufmerksam gemacht, die für mich am Anfang zwar auch neu und ungewöhnlich waren, an die ich mich in dieser kurzen Zeit meines Aufenthaltes hier aber schon so gewöhnt hatte, dass sie mir gar nicht mehr auffielen.

ab Freitag (28.10.)

Am Freitag waren Robert und ich kurz beim Chairman, damit Robert sich kurz vorstellen konnte und um uns durch die Unterschrift des Chairman bestätigen zu lassen, dass wir Studenten der UoN sind, was notwendig war, um Mitglieder der Goethe-Institut-Bibliothek zu werden um dort Bücher und CDs ausleihen zu können.
Das Goethe-Institut liegt vom Studentenhaus aus gesehen auf dem Weg zur Innenstadt und ist für uns daher sehr gut zu erreichen. Neben Sprachlern-Angeboten und gelegentlichem kulturellem Programm (das leider sehr dünn gesäht ist) gibt es auch eine kleine Bibliothek von deutschen Büchern (bzw. englischen Büchern über Deutschland betreffende Themen) und drei PCs mit Internet-Zugang (der besser ist als in den meisten Internet-Cafés, aber nicht teurer: 1KSh/min).
Die Alliance Française (af) ein Gebäude weiter ist sehr viel aktiver. Die Bibliothek ist etwa fünfmal so groß, der Veranstaltungskalender ist sehr viel dichter und das Gebäude umfasst einige Stockwerke mit Seminarräumen, wo vergleichsweise günstig Französischkurse angeboten werden. Da viele der Angebote aus dem Veranstaltungskalender kulturelle Abwechslung bieten, werden wir wohl vor allem dieses Angebot nutzen.
Abends wäre noch Swahili-Kurs gewesen, allerdings habe ich beschlossen, mit Swahili-Lernen aufzuhören, da ich schon jetzt mit dem Vokabel-Lernen hinterher war und die anderen nicht bremsen will...
Nach dem Kurs trafen wir uns in einer lauten Bar unweit des Restaurants, in dem der Kurs stattfand. Außer den Swahili-Schülern und den Austauschstudenten war noch Jochen aus Hamburg da, der für zwei Monate Praktikum beim Bildungsministreium machte, in letzter Zeit jedoch viel mit dem Auslandskorrespondenten der NZZ arbeitete.

Am Samstag waren wir (d.h. Robert, Malte und ich) zusammen mit Hanna und Jochen im Karen-Blixen-Museum ein wenig außerhalb der Stadt. Das Museum besteht im Wesentlichen aus dem Haus mit der Original-Einrichtung. Da keine erläuternden Tafeln oder Angaben vorhanden waren, ist das Museum nicht richtig informativ.
Der Garten des Hauses ist großzügig und es ist schön, ein wenig darin herumzuspazieren. Zufälligerweise hat an diesem Tag ein Minister den Garten genutzt, um zu heiraten. Obwohl uns einer der Sicherheitsleute gesagt hat, dass wir auch gerne zur Hochzeit kommen könnten, haben wir doch lieber darauf verzichtet und sind noch ein paar hundert Meter weiter in ein Restaurant gegangen.
Abends waren wir (d.h. die Gruppe von morgens) zusammen mit Amr -- einem Ägypter, der beim UNHCR arbeitet -- in Nairobi im Club Soundd bei einer Live-Performance von Eric Wainaina, einem aufstrebenden Musiker Kenias. Der Club könnte ohne viel Änderungen auch in Mitteleuropa stehen: auf einer Großleinwand kann man die (britische) Fußball-Liga-Ergebnisse ansehen, während um 40 kleine Tische ein eher jüngeres Publikum darauf wartet, dass auf der kleinen Bühne, vor der sich eine noch kleinere Tanzfläche befindet, der Künstler auftritt. Auch die Musik erinnerte mich stark an Pop aus Europa, vielleicht teilweise etwas rythmischer, aber nicht markant von dem verschieden, was man von vielen Musikern in Deutschland hören kann.
Hanna und Jochen

Das Haus (und heutige Museum), in dem Karen Blixen von 1914 bis 1931 gewohnt hat. In der Inneneinrichtung (hier die Bibliothek) dominiert dunkles Holz.

Ein Blick in den Garten (an dieser Stelle entstand das obenstehende Bild des Hauses)

Blick in die Hochzeitsgesellschaft

Am Sonntag waren wir -- die Gruppe vom Vortag, jedoch ohne Jochen, der an diesem Tag nach Deutschland zurückflog und dafür mit Jonathan -- den ganzen Tag beim Pferderennen, dem "Tusker Race Day" (Tusker ist eine Biermarke, die mit dieser Veranstaltung vor allem Werbung für ihr Malzbier machen wollte). Außer den Rennen gab es noch andere Shows, z.B. ein Straußenrennen, ein Kamelrennen und abends kurz vor dem Abschluss noch eine Modenschau.
Morgens beim Warten auf die Anderen beim (vermeintlichen) Treffpunkt: Robert mit seiner Kamera auf der Suche nach einem guten Motiv auf dem Mittelstreifen des Waiyaki Way

Für viele war dieser Renntag auch ein Familienereignis; daher wurde auch -- z.B. mit Gesichtsbemalungen -- ein Kinderprogramm geboten

Andererseits war dies aber auch ein gesellschaftliches Ereignis, wie man an manchen Kleidungsstücken abzulesen meinte. Außerdem gab es am Abend noch Preise für die am besten in Tusker-Farben Gekleideten.

Ein Blick ins Publikum

Die ganze Zeit über kreisten Vögel über das Gelände (vor allem über den Fressständen...)

Robert, Amr und Jonathan

Das Pferd "Harry Potter" beim Zieleinlauf

Kamelrennen

Straußenrennen

Wir waren sehr lange dort, so dass zwischendurch "auf-der-Wiese-liegen" die dominierende Beschäftigung war (hier: Hanna)...

Später am Abend gab es noch Tanzeinlagen und eine Modenschau1

Am Montag wäre eigentlich der Start der Vorlesungen gewesen. Der Studenplan für das vierte (für uns relevante) Studienjahr hing aus. Nach Begutachtung des Studenplanes stellten wir fest, dass wenn wir die Kurse belegten, die wir uns zuvor schon ausgesucht hatten, wir während des Semesters am Montag ganz und am Freitag ab 10:00 frei hätten...
Auf dem Campus war Einiges los, da sich alle Studenten der höhreren Semester rückmelden mussten. Da wir aber wieder eine Sonderrolle unter den Studenten einnehmen (und aufgrund des Austauschprogramms z.B. keine Gebühren bezahlen müssen) brauchen wir ein Schreiben des Chairman, das am besten nächste Woche zu besorgen sei, so eine Sekretärin des Chairman.


1Bei diesen Bildern waren die Lichtverhätnisse sehr schwierig: insgesamt sehr hell, Vordergrund dagegen ziemlich dunkel, der Blitz hatte zu wenig Reichweite. Daher wurde nachträglich Helligkeit und Kontrast verstellt, um die Tänzer besser sichtbar zu machen; beim zweiten Bild wurde nachträglich der Kontrast etwas erhöht.